Obermosel: Perl, Saarburg und die Grenze zu Luxemburg
Die Obermosel ist der ruhigste, breiteste Abschnitt. Das Tal öffnet sich hier noch, die Hänge sind sanfter als weiter nördlich, und die Stimmung ist ländlicher, manchmal fast beschaulich. Perl liegt direkt am Dreiländereck Deutschland, Luxemburg und Frankreich, was dem Wandern hier eine eigentümliche Weite gibt: Du blickst von deutschen Weinbergen auf luxemburgisches und französisches Territorium. Die Saarschleife liegt als spektakuläre Flussschleife nicht weit entfernt und lässt sich gut kombinieren. Römische Villen, darunter die rekonstruierte Villa Borg, geben dem Gebiet historische Tiefe. Für alle, die dem Trubel der Mittelmoseldörfer entgehen wollen, ist die Obermosel der ideale Einstieg.
Trier und Umgebung
Trier ist die älteste Stadt Deutschlands und der südlichste Anker der Moselwanderregion. Die Porta Nigra, die Römerbrücke aus dem zweiten Jahrhundert und das Kaiserthermen-Ensemble machen die Stadt selbst zu einem Wanderziel. Von Trier aus führen Hangwege durch Weinberge und Mischwälder, die in kurzen Schleifen zurück in die Innenstadt führen. Wer Stadt und Natur verbinden will, ist hier am besten aufgehoben: Am Morgen durch die römische Innenstadt, am Nachmittag auf einem Moselsteigsegment oder einem Römerpfad mit Blick aufs Tal. Trier ist außerdem der Startpunkt des Moselsteigs, dessen erste Etappen zu den eindrucksvollsten des gesamten Weges gehören.
Mittelmosel: Bernkastel-Kues und Traben-Trarbach
Die Mittelmosel ist das, was die meisten Menschen vor Augen haben, wenn sie an die Mosel denken: Fachwerk und, rund um Traben-Trarbach, Jugendstilbauten, enge Flussschleifen, Steillagen mit klingendem Namen, Weinberge, die den Hang von unten bis oben besetzen. Bernkastel-Kues ist ein beliebtes Standquartier, von dem aus sich mehrere Rundwege starten lassen, darunter der Aufstieg zur Burgruine Landshut mit weitem Blick über das Tal. Die Mäander der Mittelmosel sind enger als an der Obermosel, die Pfade abwechslungsreicher, und die Einkehrmöglichkeiten in den Dörfern zahlreich. Für alle, die klassische Mosels-Weinlandschaft suchen, ist dieser Abschnitt die richtige Wahl.
Die Moselschleife und der Calmont bei Bremm, Neef und Beilstein
Wandern Moselschleife heißt hier konkret: Die spektakulärste Flusskurve liegt bei Bremm, zwischen Neef, Beilstein und Ediger-Eller. Der Calmont-Gipfel bietet den Blick auf diese Schleife von oben, mit dem Fluss, der sich um eine bewaldete Halbinsel mit der Klosterruine Stuben windet. Wer auf dem Calmont-Klettersteig aufsteigt, braucht Schwindelfreiheit, festes Schuhwerk und Bereitschaft für Leitern und Stahlseile. Wer die ruhigere Variante wählt, nimmt den Höhenweg, der denselben Blick bietet und keinerlei alpine Erfahrung verlangt. Beilstein, das sogenannte Dornröschen der Mosel, übernachtet sich mit seinen engen Gassen und dem Blick auf die Burgruine am stilechsten. Dieser Abschnitt ist der stimmungsstärkste der gesamten Mosel.
Cochem, Moselkern und die Untermosel bis Koblenz
Wandern Moselkern heißt vor allem: der Weg ins Elzbachtal zur Burg Eltz. Diese 4,5 Kilometer lange Route ab dem Parkplatz am Kleinen Caféhaus führt dem Elzbach entlang durch einen dichten Laubwald direkt zur mittelalterlichen Burg, die dort so märchenhaft im Wald liegt, als hätte sie niemand hingebaut. Für viele ist das der Wandermoment schlechthin an der Mosel. Cochem mit seiner Reichsburg und der Sesselbahn nach Pinnerkreuz ist der aktivste Ort der Untermosel. Weiter nördlich warten Burg Thurant bei Alken, die Weinbergterrassen um Winningen mit seltenen Tierarten wie dem Apollofalter, und schließlich das Deutsche Eck in Koblenz als kraftvoller Schlusspunkt, wo Mosel und Rhein zusammentreffen.