Hier kommt die eigentliche Entscheidungsfrage: Welches Gebiet passt zu dir?
Karawanken: der Grenzkamm zu Slowenien
Die Karawanken ziehen sich als markanter Kalkkamm zwischen dem Kärntner Drautal und Slowenien hin. Hochstuhl, Mittagskogel und Petzen sind die bekanntesten Aussichtsgipfel auf österreichischer Seite; das Bodental bei Ferlach und das Rosental bei Villach sind die schönsten Zugänge. Karawanken wandern heißt: steile Steige, schmale Grate, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind keine optionalen Extras. Im Gegenzug bekommst du eine Einsamkeit und eine Aussicht auf zwei Länder, die du in den Nockbergen oder an den Seen nicht findest. Ortsnamen und Hütteninschriften wechseln zwischen Deutsch und Slowenisch, die Grenze ist auf dem Kamm oft nicht mehr sichtbar. Das Gebiet ist das Zuhause unserer Hüttentour — ein gutes Stück echter Bergcharakter.
Für wen: Bergwanderer mit Erfahrung und Kondition; zu den Nockbergen abgrenzen: deutlich rauer und einsamer.
Nockberge: sanfte Kuppen im Biosphärenpark
Die Nockberge sind eine der wenigen Hochgebirgsregionen Österreichs, in denen man kaum Fels sieht. Runde Grasgipfel, offene Almen, Heidelandschaft und ein Wegenetz, das sich an Bergbahnen und Almstraßen orientiert — Nockberge wandern ist der richtige Einstieg für alle, die zum ersten Mal ins Hochgebirge wollen. Die Nockalmstraße erschließt die Region, Bad Kleinkirchheim und die Turracher Höhe sind die bekanntesten Ausgangspunkte. Der Falkert, der Mirnock und viele namenlose Kuppen bieten Rundumsichten ohne ausgesetzte Abschnitte. Als UNESCO Biosphärenpark Nockberge ist die Region auch ökologisch besonders geschützt.
Für wen: Einsteiger, Familien, alle, die Weite und Almkultur mehr schätzen als Felsabenteuer; zu den Karawanken abgrenzen: deutlich leichter und zugänglicher.
Hohe Tauern auf Kärntner Seite: Mölltal und Großglockner
Die Kärntner Seite der Hohen Tauern ist das höchste und anspruchsvollste Kapitel: Das Mölltal mit Heiligenblut und der Zufahrt zur Pasterze, das Gößnitztal, Mallnitz und das Tauerntal führen in eine Gletscherwelt, die sich deutlich von Karawanken und Nockbergen unterscheidet. Wanderungen auf diesem Niveau sind Bergwanderern mit Alpinerfahrung vorbehalten; Gletscher und Schneefelder können bis in den Sommer hinein auftreten. Der Großglockner als höchster Berg Österreichs ist die Landmarke dieser Region, auch wenn eine Besteigung weit über normale Wanderungen hinausgeht.
Für wen: erfahrene Bergwanderer; zu den anderen Gebieten abgrenzen: höher, kälter, alpiner als Karawanken und Nockberge.
Kärntner Seen: Wörthersee, Millstätter See, Weissensee
Die Seen sind für alle. Uferwege am Wörthersee und Millstätter See, der Naturpark Weissensee mit seinem türkisfarbenen Wasser und der Faaker See mit Blick auf den Mittagskogel der Karawanken bieten Wanderungen ohne Höhenanforderungen — und gleichzeitig starten von jedem Seeufer aus Höhenwege, die direkt in die Bergwelt führen. Der Weissensee ist der höchstgelegene Badesee Österreichs und ein ruhiges Wanderparadies im Herbst, wenn die Seen im Tal schon überlaufen sind.
Für wen: Genusswanderer, Familien, alle, die eine Tour mit Badepause verbinden wollen; zu den Gebirgsregionen abgrenzen: am zugänglichsten, aber auch am abwechslungsreichsten in Kombination.