Nationalpark Gesäuse
Gesäuse wandern bedeutet: steil, kalkig, eindrucksvoll. Die Enns bricht sich ihren Weg durch senkrechte Felswände, das Johnsbachtal öffnet sich dahinter zu einem stillen Bergsteigerdorf, und die großen Gipfel — Hochtor, Buchstein, Planspitze — sind Ziele für geübte Bergwanderer. Im Tal verlaufen ruhige Steige an der Enns entlang, auf denen Familien und Einsteiger problemlos unterwegs sind. Hier laufen alle drei unserer buchbaren Gesäuse-Hüttentouren, und das Gebiet eignet sich besonders für alle, die zum ersten Mal erleben wollen, wie sich eine Hüttennacht anfühlt, ohne sofort auf einen anspruchsvollen Gipfel zu müssen. Gegenüber dem Hochschwab ist das Gesäuse kleinteiliger und abwechslungsreicher, gegenüber den Schladminger Tauern felsiger und technischer.
Dachstein-Südseite: Ramsau und die Südwände
Die Ramsau liegt auf einem weiten Hochplateau direkt unter den senkrechten Kalkwänden des Dachsteins. Oben ist es alpin und ernst, unten öffnen sich Almwiesen, Klammen wie die Silberkarklamm und familienfreundliche Rundwege. Wer mit Kindern unterwegs ist, kommt hier auf seine Kosten: die Almen sind bewirtschaftet, die Wege gut markiert, und Bergbahnen überbrücken die schwierigsten Höhenmeter. Die Gegend eignet sich gut als Standquartier für Tageswanderungen — und der Dachstein-Rundwanderweg, der das ganze Massiv umrundet, ist ein eigenes Kapitel weiter unten. Gegenüber dem Gesäuse ist die Dachstein-Südseite sanfter im Einstieg, gegenüber Schladming ruhiger und weniger erschlossen.
Hochschwab und der Grüne See
Der Hochschwab ist das weniger bekannte Gesicht der steirischen Berge, und das ist sein größter Vorteil. Das Karstplateau bei Seewiesen und der Aflenzer Bürgeralm ist weit, einsam und wasserarm, und wer Weite statt Fels sucht, findet hier eine der ruhigsten Ecken der Ostalpen. Der Grüne See bei Tragöß ist das bekannteste Einzelziel: je nach Jahreszeit schimmert das kristallklare Wasser in Smaragdgrün oder Ultramarin, und eine leichte Runde ums Ufer braucht keine Bergschuhe. Gegenüber dem Gesäuse fehlt die Dramatik der Steilwände; gegenüber Schladming gibt es kaum Liftinfrastruktur. Ideal für Wanderer, die Einsamkeit und Weite mehr schätzen als Steinanker und Drahtseile.
Schladminger Tauern
Schladming wandern ist das kinderfreundlichste Angebot im alpinen Norden der Steiermark. Das Urgestein der Tauern ist runder und sanfter als der Kalk des Gesäuses, Bergbahnen von Schladming, Rohrmoos und der Reiteralm erschließen die Hochlagen, und das Untertal mit seinen Wilden Wassern und den Riesachfällen ist eines der schönsten Täler der Steiermark. Klare Bergseen warten fast hinter jedem Kamm. Gegenüber dem Gesäuse ist der Einstieg leichter und die Infrastruktur moderner; gegenüber dem Hochschwab gibt es mehr Betrieb und mehr Einkehrmöglichkeiten. Für Familien mit Kindern, die noch nicht sicher einschätzen können, wie viel Hüttentour sie wollen, ist Schladming als Ausgangspunkt ideal.
Südsteiermark: Wandern im Weinland
Wandern Südsteiermark Weinstraße ist eine eigene Kategorie, die mit Alpinismus wenig zu tun hat. Die Hügel bei Gamlitz, Ehrenhausen, Leutschach und Kitzeck sind sanft, die Wege führen zwischen Weinstöcken und kleinen Wäldern entlang, und die Grenzhügel zu Slowenien geben bei klarem Wetter weite Ausblicke. Übernachtet wird im Gasthof oder Weingut, gegessen und getrunken wird im Buschenschank. Für alle, die Wandern als Genussthema verstehen und an Hüttenromantik keinen Bedarf haben, ist die Südsteiermark das stärkste Argument dieses Bundeslandes. Gegenüber dem Norden gibt es keine technischen Anforderungen, gegenüber Tirol oder Salzburg einen völlig anderen Charakter.