Meraner Gegend: Waalwege, die Texelgruppe und Meran 2000
Wandern rund um Meran bietet eine ungewöhnliche Mischung: Du startest in einem Kurort gesäumt von Palmen und Zypressen und bist innerhalb einer Stunde auf einem Waalweg über den Weinbergen. Die Algunder und Tschermser Waalwege folgen alten Bewässerungskanälen fast ohne Steigung, durch Obstgärten und Kastanienhaine, und sind ideal im Frühling und Herbst. Wanderungen rund um Meran reichen vom Tappeinerweg direkt über der Stadt bis zu den alpinen Höhen der Texelgruppe, einem ernstzunehmenden Bergmassiv mit langen Graten und abgelegenen Tälern.
Meran 2000 ist der Hausberg der Stadt: Eine Seilbahn bringt dich auf ein Plateau auf rund 2.000 Metern, von wo aus mehrere Routen starten, darunter zu den Stoanernen Mandln und dem Kratzberger See. Beim Wandern auf Meran 2000 hast du einen weiten Panoramablick bis zum Ortler und den UNESCO-Weltkulturerbe Dolomiten. Das Passeiertal und das wildere Ultental sind die ruhigeren Flanken: Die Wege hier sind weitaus weniger frequentiert als die bekannten Hochplateaus weiter östlich.
Seiser Alm, Schlern und Rosengarten
Wandern auf der Seiser Alm bedeutet, die größte Hochalm Europas zu überqueren, 56 Quadratkilometer Weideland mit dem Langkofel und dem Schlern im Hintergrund. Ab Compatsch verzweigt sich das Wegenetz in alle Richtungen, von breiten Wiesenwegen für Familien bis zu längeren Rundwegen um den Schlern für Ausdauerwanderer. Die Sonne scheint hier an rund 300 Tagen im Jahr, und die Höhenlage von 1.800 bis 2.500 Metern hält die Wanderungen auf der Seiser Alm auch im Hochsommer angenehm.
Der Rosengarten schließt sich im Süden an: rote Dolomitenwände, bewirtschaftete Almen und Hütten am Fuß der Felswände. Verglichen mit der Meraner Gegend ist die Seiser Alm touristisch besser erschlossen und im Hochsommer belebter, aber die Dolomiten-Kulisse ist unvergleichlich.
Vinschgau: Sonnenberg, Obstgärten und der Ortler
Wandern im Vinschgau dreht sich vor allem um Raum und Trockenheit. Das Tal liegt im Regenschatten der Alpen und ist das trockenste Tal in Österreich und Italien, was ihm einen ganz eigenen Charakter verleiht: Wacholderheide, Kastanienhaine, Obstgärten bei Latsch und Schlanders und der Ortler, der höchste Gipfel der südlichen Ostalpen, am Horizont. Wandern auf dem Sonnenberg im Vinschgau bedeutet meist ein Auf und Ab zwischen Dörfern und Bauernhöfen mit herrlichem Talblick.
Das Martelltal und das Suldental sind die stillen Seitentäler, kaum erschlossen und ideal für alle, die echte Abgeschiedenheit suchen. Am oberen Ende liegt Glurns, Südtirols kleinste ummauerte Stadt, und der Reschensee mit seinem berühmten versunkenen Kirchturm. Wer den Vinschgau mit Meran kombinieren möchte, kann dies leicht mit der Vinschger Bahn tun.
Eisacktal und der Rand der Dolomiten: Brixen, Plose und Villnöss
Das Eisacktal ist die Hauptverkehrsader Südtirols, mit Brixen als kulturellem Zentrum und Klausen als malerischem Kleinod. Wandern rund um Meransen im Gitschberg-Jochtal zeigt eine ruhigere Seite Südtirols: ein sonnenverwöhntes Plateau, Almhütten und ein Panorama, das von den Dolomiten bis zu den Zillertaler Alpen reicht. Die Plose über Brixen bietet ein ausgedehntes Wegenetz über 2.000 Metern.
Das Villnösstal ist die stille Schatzkammer der Region: schmale Täler, grüne Wiesen und dann plötzlich die Geisler-Spitzen, ein Dolomitenmassiv, das zu den fotogensten überhaupt zählt. Dahinter liegt das Grödnertal als Tor zu den eigentlichen Dolomiten. Im Vergleich zur Seiser Alm ist das Eisacktal deutlich ruhiger und weniger erschlossen, ideal für alle, die Wert auf Entdeckung legen.
Pustertal und Ahrntal: Kronplatz, Pragser Wildsee und die Drei Zinnen
Das Pustertal ist das Tor zu den hohen Dolomiten: Bruneck als Basis, der Kronplatz als weithin sichtbares Plateau und der Pragser Wildsee als einer der bekanntesten Bergseen Europas. Im Süden erheben sich die Dolomiten mit den Drei Zinnen und den Sextner Dolomiten. Das Ahrntal im Norden hat einen ganz anderen Charakter: lang, schmal, mit Gletschern im Hintergrund und Almen auf halber Höhe. Im Vergleich zur Meraner Gegend ist das Pustertal alpiner und weniger mediterran; im Vergleich zum Vinschgau ist es bekannter und belebter.