Welches Tal passt zu dir? Hier sind die fünf Gesichter Vorarlbergs nebeneinandergestellt.
Montafon: Silvretta, Lünersee und die großen Höhenwege
Das Montafon ist das alpinste Tal Vorarlbergs. Drei Gebirgszüge treffen hier zusammen: der schroffe Rätikon, die vergletscherte Silvretta und das naturbelassene Verwall. Der Silvrettastausee an der Hochalpenstraße, der Lünersee im Brandnertal und die Seen rund um die Bielerhöhe sind die bekanntesten Wasserspiegel dieser Landschaft.
Wandern Montafon bedeutet: Höhenwege mit Gletscherblick auf den Piz Buin, mehrstündige An- und Abstiege zwischen Tal und Alp, Steinböcke auf den Graten. Die Montafon Wanderung richtet sich an alle, die echten Alpencharakter wollen, sich aber nicht in Klettersteige einbinden müssen. Die Stützpunkte Schruns, Gaschurn und Gargellen sind gut erreichbar. Für Einsteiger, die alpin gehen wollen, ist das Montafon anspruchsvoller als der Bregenzerwald, aber machbar. Gegen das Kleinwalsertal abgegrenzt: im Montafon geht es höher, rauer und einsamere.
Bregenzerwald: Käsealpen, Holzdörfer und die Kanisfluh
Der Bregenzerwald ist das sanfteste der großen Wandertäler Vorarlbergs. Wer hier wandert, geht durch Voralpenlandschaften, an bewirtschafteten Käsealpen vorbei und durch Dörfer, die für ihre Holzarchitektur bekannt sind: Bezau, Schwarzenberg, Mellau, Damüls, Au und Schoppernau.
Die Bregenzerwald Wanderung folgt oft der Käsestraße, einem Wegenetz, das Sennereien, Alpen und Dörfer verbindet. Die Kanisfluh über Mellau und Au ist das Wahrzeichen des Tals: ein langer Felsgrat, der den Blick über den gesamten Bregenzerwald freigibt. Wandern Bregenzerwald heißt: gute Hütten und Gasthöfe, kürzere Auf- und Abstiege als im Montafon, mehr Grün und weniger Gestein. Für alle, die ihre erste Mehrtageswanderung in alpinerem Gelände machen wollen, ist der Bregenzerwald der sanftere Einstieg.
Kleinwalsertal: Walserdörfer in der Sackgasse
Das Kleinwalsertal ist eine österreichische Enklave, die ausschließlich von Oberstdorf aus zugänglich ist. Die Dörfer Riezlern, Hirschegg, Mittelberg und Baad liegen in einem engen Tal, das im Süden am Widderstein und am Walmendingerhorn endet. Die Walser, eine mittelalterliche Siedlergruppe aus dem Wallis, haben hier Dörfer gebaut und ihre Eigenständigkeit bewahrt.
Die Wanderungen Kleinwalsertal leben von Blumenwiesen im Frühsommer, Höhenwegen zwischen Ifen, Widderstein und Walmendingerhorn und von einer unkomplizierten Anreise aus dem Allgäu. Das Tal ist für alle, die alpin gehen wollen, ohne weit zu reisen. Es ist alpiner als der Bregenzerwald, aber nicht so rau wie die Silvretta. Mehr dazu in Abschnitt 5.
Arlberg und Lechquellengebirge: wild und wenig begangen
Lech, Zürs, Stuben und Warth sind im Winter Skiregion, im Sommer ruhige Ausgangspunkte für eines der am wenigsten bekannten Wandergebiete Vorarlbergs. Das Lechquellengebirge zwischen Formarinsee, Roter Wand und Klostertal ist rau, steil und wenig begangen. Wer hier wandert, hat die Wege oft für sich allein.
Der Formarinsee bei Lech ist einer der schönsten Bergseen Vorarlbergs und zugleich Ausgangspunkt für anspruchsvolle Touren ins Hochgebirge. Der Übergang ins Lechtal nach Tirol ist möglich. Das Arlberg-Gebiet ist nichts für die erste Alpentour, aber ideal für alle, die im Montafon und Bregenzerwald Erfahrungen gesammelt haben und etwas Ruhigeres suchen.
Rätikon und Brandnertal: Kalkwände an der Schweizer Grenze
Der Rätikon liegt im Südwesten Vorarlbergs, direkt an der Grenze zu Graubünden. Helle Kalkwände, Türme und Grate wie die Schesaplana, die Drei Türme und die Zimba bestimmen das Bild. Das Brandnertal mit dem Lünersee ist der bekannteste Zugang: von der Lünerseebahn geht es auf breite Höhenwege mit Blick auf die Felswände.
Die Touren im Rätikon sind technisch anspruchsvoller als im Bregenzerwald oder Kleinwalsertal, aber die Kulisse belohnt jeden Mehraufwand. Wer die Kalkwände der Dolomiten kennt, fühlt sich im Rätikon auf Anhieb zu Hause. Gegen das Montafon abgegrenzt: hier dominieren Fels und Kalk, nicht Gletscher und Schiefer.