Die schönsten Wanderungen im Allgäu hängen fast vollständig davon ab, in welchem der fünf Teilgebiete du unterwegs bist. Hier findest du einen ehrlichen Vergleich.
Oberstdorf und die Allgäuer Hochalpen
Wer wandern Oberstdorf sucht, meint in der Regel die Allgäuer Hochalpen in ihrer dichtesten Form: Nebelhorn und Fellhorn mit Bergbahnen als Ausgangspunkt für Kammwanderungen, das lang gestreckte Oytal mit Berggasthaus am Ende, das Stillachtal und das Trettachtal als ruhigere Alternativen, die Breitachklamm als spektakuläres Schlechtwetterziel, und mehrere Bergseen, von denen der Seealpsee der bekannteste ist. Beim Wandern Oberstdorf Nebelhorn startest du von der Bergstation auf über 2.000 Meter und hast vom ersten Schritt an ein Panorama bis weit in die Alpen. Für Mehrtagestourengänger ist Oberstdorf der klassische Ausgangspunkt: Von hier starten der Heilbronner Weg und die Oberstdorfer Hüttenrunde, und hier beginnt auch der bekannte Alpenübergang nach Süden. Gegenüber der Nagelfluhkette ist Oberstdorf felsiger, höher und anspruchsvoller.
Nagelfluhkette und Hochgrat
Die Nagelfluhkette ist ein langer, grasiger Kamm, der sich von Oberstaufen bis Immenstadt zieht und dessen höchster Punkt der Hochgrat ist. Was ihn auszeichnet, sind Weite statt Fels: Bei klarem Wetter siehst du auf der einen Seite den Bodensee, auf der anderen die schneebedeckten Hochalpen. Der Naturpark Nagelfluhkette schützt diese Landschaft und das Leben der hier wildernden Tiere. Der Kamm ist lang genug für eine mehrstündige Gratwanderung mit vielen kurzen Gegenanstiegen. Für Wanderinnen, die alpine Weite suchen, ohne in hochalpines Felsgelände einzusteigen, ist die Nagelfluhkette die erste Wahl. Gegenüber Oberstdorf ist sie deutlich leichter zugänglich und weniger ausgesetzt.
Die Hörnerdörfer im Oberallgäu
Fischen, Bolsterlang, Ofterschwang, Obermaiselstein und Balderschwang bilden zusammen die Hörnerdörfer, ein Gebiet aus runden Grasbergen, Almwirtschaft und Weitblicken ins Voralpenland. Das Riedberger Horn ist der bekannteste Gipfel. Die Wege hier sind gut markiert, die Aufstiege selten ausgesetzt, und an fast jedem Höhenzug wartet eine bewirtschaftete Alpe auf dich. Die Hörnerdörfer sind die erste Wahl für Einsteiger, Familien und alle, die nach einer entspannten Wanderwoche suchen, ohne alpine Erfahrung mitzubringen. Gegenüber der Nagelfluhkette sind die Wege etwas kürzer und kumulieren weniger Höhenmeter; gegenüber Oberstdorf fehlt das hochalpine Erlebnis.
Ostallgäu: Füssen, Pfronten und der Tegelberg
Im Ostallgäu verbindet sich die Bergwelt mit einer auffallend dichten Seenlandschaft: Forggensee, Alpsee und die Seen bei Füssen liegen am Fuß von Tegelberg und Säuling. Der Tegelberg ist per Bergbahn erreichbar und bietet Ausgangspunkte für Wanderungen mit Blick auf die Königsschlösser als Kulisse. Die Pfrontener Berge mit Breitenberg und Aggenstein sind etwas anspruchsvoller und führen in Richtung Tannheimer Tal, das hinter dem Kamm in Tirol liegt. Das Ostallgäu ist eine gute Wahl für alle, die Bergtouren mit Seenlandschaft kombinieren wollen. Gegenüber Oberstdorf sind die Wege kürzer und weniger hochalpin, gegenüber den Hörnerdörfern abwechslungsreicher durch den Wechsel aus Berg und See.
Westallgäu: Voralpen zwischen Lindenberg und Scheidegg
Das Westallgäu ist das ruhigste Gesicht der Region: sanftes Hügelland, Moore, Wälder und die Scheidegger Wasserfälle als ein Naturhighlight. Bei sehr klarem Wetter reichert sich das Panorama bis zum Bodensee an. Wege im Westallgäu verlangen keine alpine Kondition und eignen sich für ruhige Ausflugstage. Wer einen Standort sucht, von dem aus er sowohl ins Allgäu als auch Richtung Bodensee wandern kann, findet hier eine gute Basis. Gegenüber allen anderen Teilregionen fehlt der Hochgebirgscharakter vollständig.