Das Sauerland ist keine einheitliche Region, sondern eine Sammlung von Teilgebirgen und Tallandschaften mit sehr unterschiedlichem Charakter. Hier kommt, was dich wo erwartet.
Das Rothaargebirge und der Kahle Asten
Der Kahle Asten mit 841 Metern ist das Dach des Sauerlands und steht für den rauhsten, windoffensten Teil der Region. Auf dem Gipfel findest du eine Wetterstation und einen Aussichtsturm, der bei klarem Wetter den Blick bis zum Brocken erlaubt. Die umliegenden Hochflächen sind von Hochheide und Moor geprägt, Bohlenwege führen durch empfindliche Bereiche. Der bekannteste Fernwanderweg der Region, der Rothaarsteig, beginnt weiter nördlich in Brilon und zieht über diesen Kamm nach Süden bis Dillenburg. Das Rothaargebirge ist der anspruchsvollste Teil des Sauerlands: breite Rücken mit langen Kammpassagen, steilen Zustiegsrampen aus den Tälern und kaum Einkehrmöglichkeiten auf den Hochflächen. Wer Einsamkeit und Weitsicht sucht, ist hier richtig; wer gemütliche Dörfer und kurze Wege bevorzugt, findet anderswo mehr.
Winterberg und Umgebung
Wandern rund um Winterberg bedeutet: Rücken, die von allen Seiten bestiegbar sind, viele Möglichkeiten für Tagesrunden und ein gut ausgebautes Ortszentrum als Ausgangsbasis. Die Bruchhauser Steine südlich von Olsberg, vier markante Felsformationen hoch über dem Tal, sind eines der eindrücklichsten Ziele der Region und lohnen auch als Tagesausflug. Wandern im Sauerland rund um Winterberg eignet sich sowohl für Tagesrunden als auch als Einstiegsort für kürzere Mehrtagesvarianten auf dem Rothaarsteig. Die Wege sind gut beschildert, die Infrastruktur für Wandernde ist vorhanden. Im Vergleich zum Schmallenberger Sauerland ist es etwas rauer und weniger auf Einkehr ausgelegt.
Das Schmallenberger Sauerland und die Wanderdörfer
Das Schmallenberger Sauerland gilt als das sanfteste Gesicht der Region: weniger Höhe, mehr Fachwerk, mehr Einkehrmöglichkeiten direkt am Weg und das dichteste Netz markierter Rundwege im gesamten Sauerland. Wer wandern im Sauerland mit Einkehr bevorzugt, findet hier Gasthöfe und Dorfwirtschaften, die man nach einer Runde erreicht, ohne erst ins Tal absteigen zu müssen. Die Sauerland-Wanderdörfer als zertifizierte Qualitätsregion haben hier ihre Heimat, und die Sauerland-Spuren als kuratierte Tagesrunden sind in dieser Teilregion besonders zahlreich. Wer das Sauerland zum ersten Mal geht und lieber ein sternförmiges Wandeln von einem Standort aus testet, ist im Schmallenberger Sauerland am besten aufgehoben.
Willingen und das Upland
Willingen liegt knapp hinter der hessischen Grenze und ist der nordwestliche Ausgangspunkt für Wanderungen auf den Ettelsberg, den höchsten Punkt des Uplands. Die Hochheide um Willingen ist weiter und offener als rund um Winterberg, die Wege führen durch Moore und Heiden mit sehr eigenem Charakter. Willingen ist Etappenort auf dem Rothaarsteig, und die umliegende Landschaft bietet gute Ausgangspunkte für Tagesrunden in ruhigerem Gelände. Im Vergleich zum Rothaargebirge etwas sanfter, aber deutlich offener und windiger als das Schmallenberger Sauerland.
Die Talsperren rund um Sundern und Arnsberg
Sorpesee, Biggesee und Hennesee prägen den westlichen Rand des Sauerlands. Die Uferwege an diesen Talsperren sind die flachsten Wandermöglichkeiten der Region: breite, gut befestigte Wege mit Seeblick, kaum Höhenmeter, geeignet für alle, die keine langen Anstiege suchen. Für Familien mit kleinen Kindern, für Menschen nach Verletzungen oder für entspannte Halbtagesrunden sind die Talsperrenufer die beste Wahl im Sauerland. Wer dagegen Kammwanderungen und echte Fernsichten will, sollte weiter ins Hochsauerland fahren.