Zermatt und das Matterhorn
Wandern in Zermatt ist der Klassiker — und das zu Recht. Das Matterhorn bestimmt jede Aussicht, und die Infrastruktur macht es möglich, auch ohne mehrtägige Vorbereitung auf über 2.500 Meter zu starten. Der Fünf-Seen-Weg ab Sunnegga zählt zu den meistfotografierten Wanderwegen der Alpen: Das Matterhorn spiegelt sich im Stellisee, Grindjisee und Leisee, jeder See hat einen anderen Charakter. Vom Gornergrat führen Wege über den Riffelsee zurück ins Tal, der Schwarzsee liegt direkt unter der Hörnliwand. Wer zur Hörnlihütte aufsteigt, erlebt das Matterhorn auf Augenhöhe und auf Wegen, die mit Sicherungsseilen und Metallgriffen ausgestattet sind.
Wandern in Zermatt im Sommer bedeutet aber auch: die Region ist voll. Wer Stille sucht, startet früh oder weicht in die Nebensaison September aus. Für alle, die lieber mehrtägig unterwegs sind, ist Zermatt der dramatische Schlusspunkt der Walker's Haute Route — nicht der Ausgangspunkt.
Saas-Fee und das Saastal
Wandern in Saas-Fee fühlt sich ruhiger an als Zermatt, obwohl die Szenerie vergleichbar ist: Das Gletscherdorf liegt im Kranz von dreizehn Viertausendern, das Eis reicht bis fast ans Dorf heran. Der Höhenweg von Saas-Fee nach Grächen ist einer der spektakulärsten Panoramawege im Wallis, oft ruhiger als die Zermatter Klassiker und mit einem weiten Blick über Saastal und Mischabel. Wer weiter ins Tal geht, entdeckt Saas-Almagell und den Mattmarksee — Wanderungen, die auch für Familien funktionieren. Wanderungen in Saas-Fee eignen sich besonders für alle, die das Viertausender-Panorama ohne das Gedränge der Hochsaison wollen.
Aletsch: das Plateau über dem größten Gletscher der Alpen
Riederalp, Bettmeralp und Fiescheralp liegen auf einem Plateau, von dem aus du direkt auf den Aletschgletscher schaust — ein UNESCO-Welterbe, das sich als dunkles Eisband zwischen weißen Gipfeln durch das Tal zieht. Der Aletschwald mit seinen jahrhundertealten Arven ist ein eigenes Naturerlebnis. Die Panoramawege hier sind breit, gut markiert und für Familien und Einsteiger gemacht. Wer vom Aletsch weiterdenkt: Das Berner Oberland liegt gleich hinter dem Kamm, und wer vom Großen Aletschgletscher ins Berner Oberland weiterwandert, findet auf unserer Wandern im Berner Oberland-Seite die nächste Etappe.
Unterwallis: Nendaz und die Muverans
Wer das Wallis auf Französisch will, fährt nach Nendaz. Das Unterwallis ist ruhiger, weniger bekannt und hat ein eigenes Wanderangebot: Die Suonen um Nendaz führen als fast ebene Wege über Felsflanken und durch Lärchenwälder, der Lac de Cleuson liegt auf einem Hochplateau über dem Tal. Nendaz Trekking bedeutet: Hüttentouren in sanftem Gelände, ideal für erste Mehrtageserlebnisse. Weiter westlich erhebt sich das Muverans-Massiv zwischen Wallis und Waadt, mit Ovronnaz und Derborence als Ausgangspunkte für unsere anspruchsvolleren Rundtouren. Das Unterwallis abzugrenzen: hier findest du dieselbe alpine Welt wie in Zermatt, aber ohne den Andrang und mit einem anderen Rhythmus.
Leukerbad und die Gemmi
Leukerbad liegt unter senkrechten Felswänden und ist der Eingang zum Gemmipass, einem der historischen Übergänge ins Berner Oberland. Der Weg über den Daubensee auf der Gemmihöhe gehört zu den eindrücklichsten Passübergängen der Schweiz: fast eben auf der Hochfläche, dramatisch beim Auf- und Abstieg. Die Torrent-Höhenwege oberhalb von Leukerbad bieten Genusswanderern Panorama ohne technische Schwierigkeit. Leukerbad eignet sich gut als Ergänzung zu einer längeren Walliser Woche, nicht als alleiniges Wanderziel.