Königssee, St. Bartholomä und Obersee
Der Königssee ist das Gesicht der Region, und er hält, was die Fotos versprechen: smaragdgrünes Wasser zwischen senkrechten Felswänden, die Wallfahrtskirche St. Bartholomä am Westufer, dahinter die Watzmann-Ostwand. Mit dem Schiff fährst du nach St. Bartholomä, von dort geht ein Fußweg zum Obersee weiter, einem stillen Hochgebirgssee mit der Fischunkelalm am Ufer. Wandern am Königssee Obersee bedeutet: einer der schönsten Wege im gesamten Nationalpark, kaum Steigung, dafür ein spektakuläres Ende. Am Obersee stürzt der Röthbachfall in die Tiefe, Deutschlands höchster Wasserfall. Das Thema Königssee wandern Wasserfall führt fast immer hierher.
Wichtig zu wissen: der See kann nicht umrundet werden. Die Ostseite ist weglos und gesperrt. Wer "Königssee wandern Rundweg" sucht, findet ihn nicht am Ufer, sondern oben auf dem Jenner oder über den Malerwinkel zurück zur Talstation.
Dieses Gebiet passt zu allen, die mit dem Schiff einsteigen wollen. Es passt weniger zu denen, die Einsamkeit suchen: Juli und August am Westufer des Sees sind voll.
Der Watzmann und das Wimbachtal
Der Watzmann ist der zweithöchste Berg Deutschlands und das prägende Massiv der Region. Der Berg ist von fast jeder Aussichtsplattform zu sehen, die Ostwand fällt direkt in den Königssee. Für Wanderer ist nicht der Gipfel das Ziel, sondern das Gebiet darum: die Wimbachklamm als Einstieg in das Wimbachtal, ein breites, steiniges Trogtal, das auf das Watzmannhaus zuläuft. Die Wimbachklamm ist kurz, eindrucksvoll und gut gesichert. Das Tal dahinter ist lang, ruhig und kaum besucht.
Klar gesagt: die Watzmann-Überschreitung und die Ostwand sind Bergsteigen, kein Wandern. Wer die Flanken des Massivs erwandern möchte, hat dafür gute Wege, aber das Massiv selbst ist für Wanderer eine Kulisse, kein Ziel.
Dieses Gebiet passt zu geübten Wanderern mit Zeit. Es passt weniger zu Familien mit kleinen Kindern.
Jenner und die Almen über Schönau
Der Jenner ist der Hausberg von Schönau, erschlossen durch die Jennerbahn. Wer mit der Bahn aufsteigt, hat oben einen Panoramablick auf den Königssee, das Steinerne Meer und an klaren Tagen weit in die Alpen hinein. Von der Bergstation führen Panoramawege zu den Almen darunter: Königsbachalm, Mitterkaseralm, Priesbergalm. Der Abstieg über die Almen ist einer der schönsten Familienwege der Region, gut markiert, mit Einkehrmöglichkeiten und überschaubaren Höhenunterschieden.
Dieses Gebiet ist ideal, wenn du Aussicht willst, ohne einen langen Aufstieg zu Fuß zu leisten. Im Vergleich zum Nationalpark-Inneren ist es zugänglicher, im Vergleich zum Königssee-Ufer viel ruhiger.
Ramsau, Hintersee und Zauberwald
Ramsau ist der entspannteste Talort im Berchtesgadener Land. Der Hintersee ist kleiner als der Königssee, weniger bekannt und umso schöner. Der sogenannte Zauberwald am Ufer des Hintersees, ein von Moosen überwuchertes Geotop, ist ein Pflichtprogramm für Familien. Almwege führen von hier unter dem Hochkalter und der Reiteralm entlang, eine Landschaft, die deutlich ruhiger ist als der Königssee-Bereich.
Für Einsteiger und Familien ist Ramsau der bessere Ausgangspunkt als Schönau. Die Wege sind breiter, die Abstiege kürzer, der Trubel geringer. Im Vergleich zum Nationalpark-Inneren fehlt hier die alpine Dramatik, dafür fehlt auch das Risiko.
Berchtesgadener Land: Untersberg und Rossfeld
Der Untersberg ist der Grenzberg zwischen Bayern und dem Salzburger Land. Seine Hochfläche ist ein Karstplateau mit eigenem Charakter, gut für Panoramatouren und als Alternative, wenn die Nationalpark-Hütten ausgebucht sind. Das Rossfeld bietet Höhenrunden mit Panoramasicht auf das gesamte Berchtesgadener Land, ohne in den Nationalpark einzusteigen. Bad Reichenhall mit dem Predigtstuhl ergänzt das Angebot nordwärts.
Dieses Gebiet passt zu Tageswanderern, die das Nationalpark-Gedränge im August meiden, und zu allen, die das wandern im Berchtesgadener Land um den Nationalpark herum erkunden wollen.